Shimizu Sensei. Masashi Shimizu?

 

Seminar mit Shimizu Sensei? Ok, wo soll der Bericht starten? Gut sind wahrscheinlich erstmal ein paar Fakten. Masashi Shimizu, Kyoshi 7.Dan. Im ersten Eindruck ein älterer Herr wie man ihn in Japan an jeder Straßenecke sieht.

Dann der zweite Eindruck beim normalen Freitag Training, eigentlich kommt er nur vorbei, um sich das Dojo in Frankfurt anzuschauen, der ältere Herr kann nicht anders, er fängt an zu zeigen und zu erzählen, unseren vielen Übersetzern vom Wochenende sei Dank ausgesprochen, in klaren Hinweisen und Erklärungen und bei vielen stellt sich der erste Aha Effekt ein. Hinweise von seiner Seite nach Art des Großväterchens der schon vieles gesehen hat und die jungen an die Hand nehmen will und mit viel Geduld nimmt. Materialkunde, kann er, er beweist vielen, dass ihre Handschuhe ungeachtet der Nutzungsdauer zu steif sind, ein paar magische Bewegungen mit den Händen und die neue Geschmeidigkeit des Leders erlaubt ein völlig neues Schussgefühl.

Am Samstagmorgen zu nachtschlafender Zeit um 9:30 im Dojo zu stehen und sich mehr anzuhören, super. Die Lernwilligen sind aus allen Stilrichtungen gemischt. Es fängt an mit Grundlagen und Teilen seiner Kyudo-Erfahrung in Bezug auf Training und Prüfungen. Und hört an dem Tag auch mit Grundlagen auf, soweit sei gespoilert. Theorie und Praxis wechseln sich kurzweilig ab, jeder hat Zeit das gerade erfahrene auszuprobieren und zu versuchen es umzusetzen. Shimizu Sensei schaut sich jeden einzelnen zu jeder Übungsrunde an, prüft, korrigiert und ist sich nicht zu schade als haptisches Beispiel für seine Erklärungen zu dienen. Und zwischendurch wird der eine oder andere Handschuh von seinen Fingern in Bezug auf die Geschmeidigkeit und den Träger weiter optimiert.

Abends ist endlich Schluss. Keiner schreibt sonst endlich, aber bei allen war die Festplatte komplett voll und bedurfte einer Reorganisation um sich für den Sonntag vorzubereiten. Zu vielfältig und eindrucksvoll waren die gezeigten Details.

Sonntag ging es im gleichen Tempo mit Garderobenwechsel auf Kimono weiter. Es gibt acht Hassetsu, und Sensei war noch lange nicht am Ende mit seinen Anmerkungen und Übungen zu Details angekommen.

Haben wir das ganze Programm geschafft, das sich Sensei vorgenommen hatte? Nun ja, eher knapp. Für das, was Shimizu Sensei lehren kann und vor allem will, waren zwei Tage deutlich zu kurz. Das haben die vielen Zwischenfragen bewiesen die er jedes Mal als Herausforderung angenommen hat. Da haben die Teilnehmer des Mittwoch Training nochmal richtig Glück und Spaß gehabt, als er abends noch einmal vorbeigeschaut hat.

Fazit? Schon ein Wow Erlebnis. Vergleichbar im Erfahrungsschatz mit dem Vorbereitungsseminar vor einer Shinsa. Sehr gerne wieder, wenn er die Zeit findet nach Deutschland zu kommen. CF